Ein langer Weg bis hin zu unserer eigenen Kneippanlage!

Im Jahre 2013 entschlossen wir uns, ein naturheilkundliches Konzept zur Linderung von Befindlichkeitsstörungen unserer Bewohner in unserem Haus einzuführen. Bei der Umsetzung orientierten wir uns an den fünf Säulen der Gesundheit nach Kneipp. So kamen im Rahmen einer „Kneipp Schnupperwoche“ unsere Bewohner in einem ersten Kontakt mit milden Wasseranwendungen. Dafür nutzen wir zu Beginn aus dem Baumarkt versorgte Mörtelkübel, um Wassertreten, Wechselfußbäder oder Armbäder durchzuführen. Erste Güsse wurden mit Gießkannen durchgeführt. Die Angebote wurden von einem Großteil unserer Bewohner sehr gut angenommen. Die je nach Anwendung Entspannende oder anregende Wirkung der Anwendungen war bei minimalem Zeitaufwand schnell sichtbar. Das bestärkte uns darin, weiterzumachen.

Eine erste Konzeption zur Gesundheitsförderung nach Kneipp wurde erstellt. Karten mit Hinweisen zur Anwendung von Kräutertees und Aromaölen bei ausgewiesenen Befindlichkeitsstörungen wurden durch eine Projektgruppe erarbeitet. 2015 wurden wir Mitglied im Kneipp Verein Bad Schlema. Um das Ganze fachlich auf festen Beinen zu stellen, wurde an der Sebastian Kneipp Akademie 2014 ein Kneipp Gesundheitstrainer sowie im Jahr 2015 zwei Kneippmentoren ausgebildet. In unserem Garten entstand ein Gewächshaus, eine bunt blühende Hecke und neue Beerensträucher wurden angepflanzt. Ein weiterer großer Schritt war der Bau eines großen Wellnessbades mit der jetzt professionellen Möglichkeit zur Durchführung von Güssen und Teilbädern. Auch weitere Hilfsmittel zur Umsetzung unseres Konzeptes wie z. B. Gießrohre, Roste, spezielle Tücher für Wickel und Auflagen wurden angeschafft. Eine Wellnesswanne mit der Möglichkeit zur Durchführung von Klangwellenmassagen sowie Aroma und Farblichttherapie bot uns ganz neue Möglichkeiten.

2016 meldeten wir uns zur Prüfung als zertifizierte Kneipp-Senioreneinrichtung beim Kneipp-Bund an. Dafür war eine Vielzahl von Kriterien zu erfüllen und mindestens zwei Jahre erfolgreiche Arbeit in der Gesundheitsförderung nachzuweisen. Auch der Nachweis der regelmäßigen Weiterbildung aller Mitarbeiter zu den einzelnen Anwendungen wurde gefordert.

Am 24. Januar 2017 war es soweit – unser Zertifizierungsaudit wurde mit Bravour bestanden. Für uns jedoch kein Anlass, uns an den Erreichten festzuhalten. Es folgte eine stetige fachliche Weiterentwicklung. So erfolgten spezifische Weiterbildungen zu Klangschalenmassagen, zum Einsatz von Wickel und Auflagen, zum Einsatz von Aromaölen und Kräutern. Neue Ziele wurden gesetzt. Das betraf zum einem die Gartengestaltung mit dem Bau von Wegen mit Sitzmöglichkeiten, die Anlage eines Wassertretbeckens und eines Wahrnehmungspfades und zum anderen die weitere Umsetzung einer gesunden Ernährung unserer Bewohner.

Die Mittagessen-Versorgung war seit vielen Jahren extern vergeben und die Qualität dadurch nicht beeinflussbar. Wir planten wieder selbst täglich und frisch zu kochen. Dafür wurde neue Kochtechnik angeschafft und ein großartiges Küchenteam eingestellt. Die Qualität unsere Speisenversorgung wurde deutlich verbessert. 2019 erfolgte schließlich die ganz konkrete Planung unserer Gartengestaltung mit großer Terrasse, Wegen, Kneippanlage und Wahrnehmungspfad. Die zunächst für Frühling 2020 geplante Umsetzung wurde von Corona ausgebremst und konnte erst im Sommer 2020 begonnen werden.

Die Einweihung war für Oktober 2020 geplant, jedoch machte uns Corona mit einer 2. und 3. Welle einen Strich durch die Rechnung: Jetzt ist es endlich soweit und wir werden zunächst nur mit unseren Bewohnern unseren neu gestalteten Garten einweihen.